In so gut wie allen Medien konnten man in den vergangenen Wochen lesen, wie es insbesondere Barack Obama in den USA gelingt, einen erfolgreichen Wahlkampf in Web 2.0 zu führen. Das Obama-Girl lässt grüßen. Der Erfolg des demokratischen Präsidentschaftsbwerbers hat sich bis in die Berliner Parteizentralen herumgesprochen. Auch deutsche Parteien versuchen mit Social Media zu punkten – bislang leider recht erfolglos. Ein gutes Beispiel ist der Deutschland Dialog der SPD. “Nah bei den Menschen” wollen die Genossen sein und sie geben sich auch reichlich Mühe. Im Blog erfährt der geneigte Leser, was dem Generalsekretär so alles auf seiner Sommerreise widerfährt, per YouTube-Video fasst Kurt Beck den Zukunftkongress in Nürnberg zusammen. Keine Frage, die SPD versteht es recht gut, auf der Klavatur des Web 2.0 zu spielen. Ohne Erfolg. So finden sich im Blog so gut wie keine Kommentare, ein Dialog – eigentlich ja das Ziel von Social Media – findet nicht statt. Warum eigentlich?

Ich glaube, hierfür gibt es eine wichtige Ursache. Der Deutschland Dialog ist zwar professionell gemacht, jedoch recht inhaltsleer. Sätze wie “Ich habe eine tiefgreifende Unterstützung gesprürt” oder “Wir wollen darüber reden, wie Aufstiegschancen in der Gesellschaft gesichert werden” will niemand hören. Menschen, die sich für die SPD interessieren wollen INHALTE präsentiert bekommen, über die man sich dann auch – ganz im Sinne von Social Media – austauschen kann. Ein gutes Beispiel, wie man solche politischen Inhalte effektiv im Web 2.0 kommuniziert ist der YouTube Channel der FDP. Ein herzerweichendes Video einer “Mittelschichtsfamile” transportiert die zentralen politischen Inhalte der Liberalen. Dass diese Stategie funktioniert, zeigt die Zahl der Kommentare. Immerhin 29 User haben das Video mit einem Kommentar versehen. Dieser kurze Vergleich zeigt, dass politische Kommunikation im Web 2.0 nicht die Fortsetzung des klassischen Wahlkampfs mit anderen Mitteln sein darf. Es muss darum gehen, die Menschen auf gleicher Ebene anzusprechen und den echten Dialog zu suchen. Dann klappt’s auch mit dem Wähler.

Zunächst zu mir: Seit dem Abschluss der Uni im letzten Jahr arbeite ich in der Kommunikationsabteilung eines großen Unternehmens. Von der direkten Pressearbeit mal abgesehen, mache ich alles, was gerade so anfällt: Von Reden über Artikel fürs Mitarbeitermagazin oder Kommunikationskonzepten ist alles dabei. Nebenbei absolviere ich das PR-Fernstudium von PR Plus.

In diesem Blog möchte ich mich mit Fragen rund um die PR / Unternehmenskommunikation befassen. Ich will aktuelle Themen aufgreifen und auch Beispiele aus meinem Berufsalltag diskutieren.Zugegeben, ab und zu habe ich noch immer Zweifel: Kann ich das überhaupt mit meinen paar Monaten Berufserfahrung? Ich glaube schon, schließlich kochen die anderen auch nur mit Wasser…

Zu guter Letzt: Sämtliches Feedback ist hoch erwünscht, Anregungen ebenso wie scharfe Kritik. Ich freue mich auf spannende Diskussonen.